Franziskus-Vitalis oder Vitalis-Franziskus?

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03.07.2016 – Die siebente von zwölf Qualifikationen für einen der begehrten Finalplätze zum Nürnberger Burgpokal fand am letzten Wochenende beim Jubiläumsturnier des RV St. Georg Münster statt. Es war ein Zweikampf zwischen zwei Hengsten, die sich auch züchterisch ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Die Einlaufprüfung sahen die Richter den in Holland gezogenen, inzwischen neunjährigen Reservesieger der NRW-Körung 2009 Vitalis von Vivaldi aus dem Stall Schockemöhle vorne, den die Norwegerin Isabel Freese sehr geschickt in Szene setzte. Der in Hannover gezogene und bei Wilhelm Holkenbrink in Münster stationierte ehemalige Reitpferde-BundesChampion Franziskus von Fidertanz unter Ingrid Klimke, die in dieser Saison schon mehrfach zweitplaciert waren, musste mit der Silberschleife vorlieb nehmen.

Als es am Sonntag bei idealem Turnierwetter auf der Reitanlage Schulze-Isfort am Reiner-Klimke-Weg um die Tickets für die Frankfurter Festhalle ging und beide Kontrahenten unmittelbar nacheinander ins Viereck gingen, war es mucksmäuschenstill am großen Dressurplatz, auf dem einst Olympiasieger Dr. Reiner Klimke seine Weltpferde Mehmet und Ahlerich trainiert hatte. Der aus den USA zurückgekehrte Dunkelfuchs Vitalis beeindruckte einmal mehr mit seiner spektakulären Schulterfreiheit und setzte sich mit einem kleinen Patzer im Außengalopp bei 75, 12 % an die Spitze des Feldes.

Eine starke Vorlage für die Lokalmatadorin Ingrid Klimke, die mit Franziskus schon einige Male die Hand fast am Finalticket hatte, dann aber immer ganz knapp geschlagen wurde. Franziskus, der wie Vitalis am Ende einer arbeitsreichen Decksaison steht, aber gleichwohl in brillanter Kondition antrat, wollte es wissen und spielte nicht nur seinen unnachahmlichen Charme aus, sondern auch seine imposante Trab- und Galoppmechanik, überzeugte in den schwierigen Lektionen wie Serienwechseln und Pirouette durch höchsten Ausdruck. Mit 76,55 % siegte der dunkelbraune Hengst nicht nur überlegen, sondern katapultierte sich zugleich auch in die Gruppe der Favoriten für das Finale, die bisher von Hubertus Schmidts Estobar-Sohn Escolar angeführt wurde. Bleibt zu hoffen, dass auch der knapp unterlegene Vitalis sein Frankfurt-Ticket bei einer der noch ausstehenden fünf Qualifikationen lösen kann.

Unsere Franziskus-Nachkommen Feria 11, Fabula Ria, Franzi III

Unsere Vitalis-Nachkommen Via Rossa