7-07-2026 Der kombinierte Stutenschau- und Stutenprüfungstermin im Westfälischen Pferdezentrum Münster-Handorf platzte – allen Unkenrufen zum Trotz – aus allen Nähten. 58 gemeldete drei- und vierjährige Stuten schon am ersten Tag, nochmals 49 Stuten am Folgetag sprachen eindeutig dafür, dass Westfalens Züchter den Wert leistungsgeprüfter Stuten nach wie vor zu schätzen wissen.
Ein Trend ist dabei unübersehbar: Es werden inzwischen mehr Vierjährige als dreijährige Stuten geprüft. Offenbar ein Ergebnis der Debatte um den frühen Einsatz von Pferden im Turniersport.
Unsere ebenfalls schon vierjährige Vina Ria (Stallname: „Vinni“) war ebenfalls dabei. Ein sehr überzeugender, mit Gelassenheit, viel Übersicht und sehr schöner Bascule vorgetragener Auftritt beim Freispringen war der Richterkommission eine glatte 8,0 wert.
Unter dem Sattel von Hannes Möller (Nienberge) präsentierte sich die Stute souverän und war sowohl der aus der stellvertretenden Zuchtleiterin Karin Tosberg und Turnierrichter Heinrich Plaas-Beisemann bestehenden Kommission als auch der Fremdreiterin beim so wichtigen Kriterium „Rittigkeit“ eine 8,5 wert. Trotzdem blieb der blutgeprägten Stute die erhoffte Zulassung zur Eliteschau und damit der Titel der Staatsprämienstute verwehrt. Stattdessen erhielt sie den kleineren Titel „Verbandsprämienstute“ verliehen.
Mit der hervorragenden Gesamtnote von 7,95 gehörte Vina Ria zu den besten 25% des Tages und bekam eine der höchsten Noten, die wir in den letzten 30 Jahren bei Stutenprüfungen erreicht haben. Nun erwarten wir im Turniersport das wettbewerbsmäßige Feedback in einer Reitpferdeprüfung sowie bald auch in Dressurpferdeprüfung Kl. A, wohl wissend, dass erst im Turniersport der wahre Wert ermittelt wird.
